Inseln des Vertrauens im Meer des Misstrauens

Einige staatliche und private Akteure wie Gesundheitsbehörden oder Impfstoffproduzenten stehen aufgrund der Corona-Pandemie im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Von besonderer Wichtigkeit ist, dass diese Akteure bei der Bevölkerung Vertrauen geniessen. Guy Kirsch hat vor einigen Jahren für unser Buch „Vertrauen – Anker einer freiheitlichen Ordnung“ einen Aufsatz geschrieben, der angesichts beschränkter sozialer Kontakte und des Ringens um eine vertrauenswürdige Coronapolitik eine neue und ausserordentliche Aktualität erhält.

Kirsch beschreibt vier Pfeiler des Vertrauens. Erstens könne man einer Person vertrauen, wenn man sie spüre. Signale wie Mimik, Blick oder die Art und Weise des Sprechens könnten einen Eindruck von Vertrauenswürdigkeit vermitteln – oder auch nicht. Damit das funktioniere, brauche es aber eine gewisse räumliche und soziale Nähe.

Zweitens würden Personen, von denen man Grund zur Annahme habe, sie hätten ein Gewissen, eher als vertrauenswürdig eingestuft. Allerdings könne die Wahrnehmung täuschen, daher sei Vorsicht geboten.

Drittens sei die Zukunftsperspektive wichtig. Wenn man erwarte, dass man es mit einer bestimmten Person auch in Zukunft zu tun habe, entstehe eher Vertrauen, weil jeder Missbrauch des Vertrauens ja zu einem Abbruch der Beziehungen führen würde.

Viertens sei ein dichtes soziales Netz ein Hinweis auf Vertrauenswürdigkeit. Je mehr und je dichter jemand in ein Beziehungsnetz eingebunden sei, umso mehr habe diese Person etwas zu verlieren, wenn sie sich nicht vertrauenswürdig verhalte.

Guy Kirsch: Inseln des Vertrauens

BUCH

Vertrauen – Anker einer freiheitlichen Ordnung (NZZ Verlag)

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