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Sound Money in Zeiten der Corona-Krise

Oktober 2020

Augustín Carstens, der General Manager der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, hielt an unserer 50. Economic Conference am 8. Oktober 2020 im Zunfthaus zur Meisen in Zürich als eines der beiden Keynote-Referate auf. Unter dem übergreifenden Titel der Veranstaltung „Sound Money - ein hehres Ziel unter Dauerbeschuss“ sprach Carstens nicht zuletzt über Herausforderungen einer stabilitätsorientierten Geldpolitik angesichts der Corona-Pandemie.

Die eine grosse Herausforderung seien die konstant tiefen Zinsen, meinte Carstens. Durch die Coronakrise und ihre wirtschaftlichen Auswirkungen sei die Unsicherheit an den Märkten noch gestiegen. Man müsse sich daher auf eine längere Tiefzinsperiode einstellen. Die Zentralbanken hätten aber trotzdem immer noch genügend Möglichkeiten, monetäre Anreize zu setzen, wie gerade auch die Schweiz zeige. Bisher habe die Schweizer Wirtschaft die Coronakrise auch dank der Geldpolitik der Schweizerischen Nationalbank verhältnismässig gut überstanden.

Die andere grosse Herausforderung sei die Verbindung zwischen Finanzpolitik und Geldpolitik. Durch die Coronakrise seien die Staatsschulden erneut massiv gestiegen. Die Zentralbanken hielten entsprechend mehr Staatsschulden. Vor diesem Hintergrund sei es besonders wichtig, dass die Zentralbanken für solides Geld sorgten. Dafür müsse die Unabhängigkeit der Zentralbanken und ihre Glaubwürdigkeit bewahrt werden. Und dafür wiederum müssten die etablierten Grenzen zwischen Fiskalpolitik und Geldpolitik unbedingt respektiert werden.

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KONFERENZ
50. Economic Conference: Sound Money - ein hehres Ziel unter Dauerbeschuss


IN DEN MEDIEN

Was ist gutes Geld? Nationalbankpräsident Thomas Jordan wehrt sich gegen neue Ansprüche an die Geldpolitik. (PDF)
Beat Gygi, Weltwoche, 15.10.2020


Thomas Jordan und das gute Geld – ohne politisches Gerangel geht es nicht (PDF)
Thomas Fuster, NZZ, 08.10.2020