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Apropos

Vertrauen in der Medizin

März 2020

Der Mediziner und Spezialist für Evidence Based Medicine, Johann Steurer, legt in unserem Buch „Vertrauen – Anker einer freiheitlichen Ordnung“ dar, welche Bedeutung das Vetrauen im medizinischen Bereich hat. Zum einen sei das direkte Vertrauensverhältnis zwischen Ärzten und Patienten natürlich von zentraler Bedeutung. Meist sei absolut sicheres Wissen in der Medizin schlichtweg unmöglich; vielmehr handle es sich fast immer „nur“ um probabilistisches Wissen. Insofern sei es unumgänglich, dass zwischen Arzt und Patient Vertrauen herrsche: Der Patient soll dem Arzt vertrauen können, dass die Diagnose sorgfältig erfolgt und die vorgeschlagene Behandlung die beste im Patienteninteresse ist. Der Arzt wiederum müsse dem Patienten hinsichtlich der Richtigkeit der Symptomschilderung oder der Einahme von Medikamenten vertrauen können.
Zum anderen sei aber noch auf einer zusätzlichen Ebene Vertrauen erforderlich, führt Steurer aus: Ärzte und Patienten müssten dem gesamten System „Medizin“ Vertrauen entgegenbringen können. Dazu seien bspw. staatliche Regulierungen zur Qualitätskontrolle notwendig. Ärzte müssten sicher gehen können, dass die von Fachexperten empfohlenen Methoden und Geräte nicht einfach von grossen Pharma- oder Medizinaltechnikunternehmen gesponsert, sondern tatsächlich nutzbringend für die Behandlung seien. Umgekehrt müsse der Patient sicher sein können, dass die Ärzteschaft wirklich für die Patientenanliegen schaue und nicht in erster Linie dem (finanziellen) Eigeninteresse folge.
Ohne solche Vertrauensverhältnisse sei Medizin nicht zu erträglichen Kosten und in einigermassen überschaubarer Komplexität möglich, betont Steurer.

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BOOK
Vertrauen – Anker einer freiheitlichen Ordnung  (NZZ Verlag)